EEG-Bio-Feedback Training
Unter Bio-Feedback wird im allgemeinen Sinne eine technische Methode zur Wahrnehmung und Kon-trolle üblicherweise unbewusst ablaufender Körperfunktionen mit elektronischen Hilfsmitteln verstan-den. Beim EEG-Bio-Feedback Training wird dem Menschen mit Epilepsie der Kurvenverlauf seiner eigenen Hirnströme über einen Bildschirm zurückgemeldet. Da wir normalerweise keine Empfindung für diese Ströme haben, entsteht dadurch die Möglichkeit, etwas bisher ungesteuertes unter die eige-ne willentliche Kontrolle zu bringen. In der Praxis sieht das so aus, dass die während des Trainings aufgezeichneten EEG-Signale durch Töne oder durch die Darstellung eines Pfeiles oder Flugzeugs auf einem Bildschirm sichtbar gemacht werden. Die Aufgabe besteht darin, willentlich eine EEG-Veränderung zu erzeugen, die dadurch, dass sich der Pfeil oder das Flugzeug auf dem Bildschirm in Bewegung setzt und sich von Punkt A nach Punkt B bewegt, sichtbar gemacht wird.
Das Verfahren ist nicht einfach zu erlernen und bedarf eines langen Trainings. Der erhoffte Erfolg dabei ist, das der Betroffene eine Kontrolle über seine Hirnströme erlernt und damit einen epilepti-schen Anfall, wenn er ihn früh genug bemerkt, aufhalten kann. Die bisherigen Behandlungsergebnisse mit dieser Methode sind nicht sehr ermutigend. So hat eine Versuchsreihe am Epilepsie Zentrum Kehl-Kork und an der Neurologischen Klinik Weissenau unter Beteiligung des Instituts für Psychophy-siologie der Universität Tübingen gezeigt, dass Patienten zwar teilweise von dieser Methode profitie-ren, die Besserung aber überwiegend schon in der Eingwöhnungsphase an die Methode ohne eigent-liche Behandlung stattfand. Man kann zwar argumentieren, dass es egal sei, wann und wie eine Be-handlungsmethode hilft - einer solchen Auffassung muss aber entgegengehalten werden, dass Pla-cebo- oder Scheineffekte aufgrund einer positiven Erwartungshaltung oft nur kurz anhalten. Insgesamt steht der Nachweis der Wirksamkeit vom EEG-Bio-Feedback Training bei Epilepsie zur Zeit noch aus. Zudem gelingt nur etwa jedem Zweiten das Erlernen der Methode.
Quelle: Krämer, G. (2000), Epilepsie: Antworten auf die häufigsten Fragen, Stuttgart, Georg Thieme Verlag
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Letzte Aktualisierung: 03.08.2010
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